Ein gut zusammengestelltes Minikurs Starter-Set enthält alle Materialien, die Kursleitende brauchen, um schnell und professionell eine kurzformatige Lerneinheit (60–180 Minuten oder 2–4 kurze Sessions) durchzuführen — unabhängig davon, ob der Kurs präsent, online oder hybrid stattfindet. Entscheidend sind klare Lernziele, eine strukturierte Ablaufplanung und flexible Materialien, die sich leicht an Zielgruppe und Zeitrahmen anpassen lassen. Im Kern sollte das Starter-Set folgende Bausteine umfassen: ein kompakter Kursleitfaden mit Zeitplan und Didaktikhinweisen, eine schlanke Präsentationsvorlage, studentische Arbeitsblätter, Lösungshinweise, ein kurzes Lernquiz zur Überprüfung des Verständnisses sowie Vorlagen für Evaluation und Teilnahmezertifikat.
Der Kursleitfaden beschreibt Lernziele (konkret und messbar), erwartete Voraussetzungen, Dauer und ein Ablaufschema mit Zeitangaben (z. B. Einstieg 10 min, Input 30 min, Übung 30 min, Reflexion 10 min). Er enthält Moderationshinweise, Differenzierungsvorschläge für heterogene Gruppen und Alternativen für Online- bzw. Präsenzumsetzung (z. B. Breakout-Aufgaben, Gruppenpuzzles, Whiteboard-Impulse). Ebenfalls nützlich sind Checklisten für die Vorbereitung (Technikcheck, Materialdruck, Raumaufbau) und ein Kurzskript mit Kernaussagen, damit Trainerinnen und Trainer auch ohne lange Vorbereitung starten können.
Die Präsentationsvorlage (PPTX / Google Slides, 16:9) sollte visuell reduziert sein, mit klaren Folien für Lernziele, Ablauf, Input-Punkte, Aufgaben und Ergebnissicherung. Empfohlene Dateiformate: PPTX und eine Google-Slides-Version für einfache Online-Freigabe sowie zusätzlich ein PDF-Export für den schnellen Druck. Achten Sie bei Bildern und Icons auf lizenzfreie Quellen oder klare Lizenzhinweise. Geben Sie Hinweise zu empfohlenen Schriftgrössen (mind. 24 pt für Überschriften, 18 pt für Fliesstext bei Präsentationen) und einem barrierearmen Farbkontrast.
Arbeitsblätter und Handouts sollten sowohl als druckfähiges A4-PDF als auch als editierbare DOCX/Google-Docs-Datei bereitgestellt werden, damit Anpassungen möglich sind. Bieten Sie mehrere Schwierigkeitsstufen bzw. Varianten an (Kurzversion für 45–60 Minuten, ausführliche Version für 120–180 Minuten). Musteraufgaben, Fallbeispiele und Platz für Notizen erleichtern den Einsatz vor Ort. Ergänzend sind Antwortblätter/Lösungen für Leitende wichtig, ebenso vorgefertigte Musterlösungen, die sich als Folien zur Ergebnissicherung nutzen lassen.
Für die formative und summative Überprüfung gehören ins Paket: ein kurzes Multiple-Choice-Quiz (digital einsetzbar via Formular oder in Papierform), eine Reflexionsaufgabe für Lernende sowie eine Evaluationsvorlage zur Kursrückmeldung. Fügen Sie ein einfaches Rubrik-Schema hinzu, mit dem Lehrpersonen Leistungen schnell einschätzen können. Ebenfalls nützlich ist eine Vorlage für Teilnahmezertifikate (editierbar, z. B. DOCX oder PDF mit Formularfeldern).
Digitale Extras erhöhen die Nutzbarkeit: kurze Lernvideos (MP4, 5–10 Minuten) oder Audiodateien (MP3) zu Kerninhalten, sowie Transkripte und SRT-Untertitel für Barrierefreiheit. Stellen Sie alle Medien in einer strukturierten ZIP-Datei bereit und kennzeichnen Sie Dateinamen eindeutig (z. B. „01_Ablaufplan.pdf“, „02_Folien.pptx“, „03_Arbeitsblatt_A.pdf“). Geben Sie technische Hinweise zur Nutzung in gängigen LMS (Moodle, Google Classroom) und erklären Sie, wie Materialien in Videokonferenzen geteilt oder als Selbstlernmodul genutzt werden können.
Barrierefreiheit und Lokalisierung sind wichtige Qualitätsmerkmale: bieten Sie alternative Textversionen für Grafiken, klare Schriftarten (z. B. sans-serif), ausreichende Kontraste und eine Version mit grösserer Schrift. Für den Einsatz in der Schweiz kann eine Anpassung an regionale Begriffe (Hochdeutsch vs. Schweizer Varianten) sinnvoll sein; kennzeichnen Sie Stellen, die lokalisiert werden sollten (Beispiele, Kontaktangaben, Rechtsformen). Ergänzen Sie Hinweise zum Datenschutz, falls personenbezogene Daten in Evaluationen oder Zertifikaten erhoben werden.
Rechtliche Hinweise und Lizenzierung gehören ins Starter-Set: geben Sie an, unter welcher Lizenz die Materialien stehen (z. B. Creative Commons BY-NC-SA oder eine anderweitige Nutzungsregel), ob eine kommerzielle Nutzung erlaubt ist und welche Quellen zu zitieren sind. Klare Angaben ersparen Missverständnisse bei Weiterverwendung und Anpassung.
Zum Abschluss des Sets empfiehlt sich eine kurze Einsteiger-Checkliste für Kursleitende: Technik testen, Materialien drucken/hochladen, Lernziele nochmals prüfen, Einstiegsmethode wählen, Zeitpuffer einplanen und Evaluation vorbereiten. Ergänzend bieten manche Starter-Sets einen Leitfaden zur Vermarktung (Kurzbeschreibung für Webseite, Social-Media-Text, Kursbild) und eine Option für weiterführende Module, falls Teilnehmende tiefer einsteigen möchten.
Praktischer Schnellüberblick (Checkliste für den Start):
- Lernziele und Zeitplan festlegen.
- Präsentation (PPTX/Google Slides) und PDF-Version bereitstellen.
- Arbeitsblätter in A4-PDF + editierbarer DOCX/Google-Doc-Version.
- Lösungen, Evaluationsbogen und Teilnahmezertifikat beilegen.
- Medien: MP4/MP3 + Transkripte/SRT für Barrierefreiheit.
- Lizenz- und Quellenangaben klar dokumentieren.
- Technische Hinweise für LMS und Videokonferenzen.
- Lokalisierungs- und Differenzierungshinweise für Zielgruppen.
Mit einem solchen Starter-Set lassen sich Minikurse schnell, flexibel und professionell durchführen — und bei Bedarf einfach an spezifische Zielgruppen und Rahmenbedingungen anpassen.
